Ein Schwimmbecken im Holzhaus
15. Mai 2026 • Von Karl KrautEin Schwimmbecken im Holzhaus: Warum das besser geeignet ist als man zunächst denkt
„Ein Holzhaus voller Wasser? Vermodert das nicht alles direkt?“ Das ist vermutlich ein Gedanke, der einem schnell in den Kopf schießt.
In diesem Beitrag beleuchten wir, dass das Bauen von Projekten mit Holz und Wasser ein gutes Zusammenspiel ist und nicht direkt Verfall bedeuten muss.
Mythos: Wasser beschädigt Holz zu stark
„Wasser ist schlecht für das Holz und führt über kurz oder lang zur Verrottung des Materials, egal ob an der Innen- oder Außenseite des Hauses“. Das ist eine Hypothese, an der viele noch festhalten und sich orientieren.
Doch durch Vorkehrungen, wie das Imprägnieren, also den direkten Schutz der Holzoberfläche, sowie Vorsichtsmaßnahmen beim Bau und der richtigen Pflege und Wartung kann das Material geschützt werden und bleibt lang bestehen.
Die größte Rolle im Schutz vor Feuchtigkeitsschäden spielt jedoch der konstruktive Holzbau. Durch welchen präventiv der direkte Kontakt von Holz und Wasser vermieden und die Langlebigkeit gesichert werden kann.

Warum Holz sich selbst schützt
Der Mythos, dass Holz und Wasser Feinde sind, wodurch Holzbau nicht dauerhaft wasserbeständig ist, kann durch den oben genannten modernen Holzschutz und Materialkunde widerlegt werden.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die hygroskopische Eigenschaft von Materialien, unter anderem auch von Holz. Dies bedeutet hierbei, dass Holz „wasseranziehend“ ist und die Feuchtigkeit aus der Umgebung aufnehmen und wieder abgeben kann. Das hat einen Einfluss auf das Quell- und Schwindverhalten vom Holz. Da es durch die Aufnahme von Wasser aufquillt und wieder schwindet, wenn es bei der Trocknung Feuchtigkeit abgibt. Hierdurch kann die Luftfeuchtigkeit reguliert werden und das Holz kann Wasser je nach Bedarf speichern oder wieder abgeben.
In Innenräumen ist Kondenswasser ein Hauptaspekt, den man beachten muss. Doch sobald man das unter Kontrolle hat, steht einer sicheren und langlebigen Nutzung von Holz auch in feuchteren Umgebungen nichts mehr im Wege.
Eine Schwimmschule bei Berlin als Vorreiter
Diverse Architekten und Planer haben sich die positiven Eigenschaften des Holzbaus zunutze gemacht und sie bereits in Schwimmhallen auf der gesamten Welt angewandt. Dadurch konnte die Widerstandsfähigkeit und die gut passende Optik des natürlichen Materials mit einbezogen werden. Beispiele dafür sind etwa das Nordbad in Darmstadt, das West Vancouver Aquatic and Community Center oder der Freemen’s School Swimming Pool im englischen Ashtead.
Ein weiteres konkretes und besonderes Beispiel ist eine Berliner Schwimmschule. Das Projekt hebt sich von den vorherigen ab, da es sich hierbei um ein Blockhausbau handelt, welcher komplett aus Holz besteht.
Das Herzstück des Gebäudes ist die 15m x 22m große Schwimmhalle, welche durch ein flaches Satteldach zusätzlich an Raumhöhe gewinnt. Ein weiterer Teil ist der Anbau mit Umkleiden, Therapieräumen und einer Sauna, an welchen sich ein Wohnhaus mit Büroräumen und Lager anschließt
Durch einen gezielten Temperaturunterschied von mindestens 2 Grad, zwischen der wärmeren Luft- und kälteren Wassertemperatur wird die Kondensation des Wassers an den Holzwänden verhindert und der Betrieb seinen geregelten Lauf nehmnen.

Fazit: das Schwimmbecken im Holzhaus ist möglich
Frühere Bedenken gegenüber der Nutzung von Holz im Bauwesen sind heute weitgehend ausgeräumt. Moderne Erkenntnisse und Technologien zeigen, dass Holz ein belastbares, wärmeisolierendes und zugleich korrosionsbeständiges Material ist, was vielseitig genutzt werden kann. Als natürlicher Werkstoff überzeugt es durch seine Widerstandsfähigkeit und Robustheit und erweist sich damit als beständige und zugleich nachhaltige Wahl.
Darüber hinaus trägt Holz zur Regulierung des Raumklimas bei, indem es Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben kann. Diese Eigenschaft macht es besonders attraktiv für den Innen- und Außenbau. Insgesamt zeigt sich, dass der Einsatz von Holz längst keine experimentelle Idee mehr ist, sondern eine oft genutzte, innovative Taktik – anspruchsvoll, aber keineswegs unmöglich.
Da Holz bereits in zahlreichen Projekten erfolgreich integriert werden konnte, stellt sich zunehmend die Frage: Warum nicht konsequent auf Holz setzen und Bauwerke vollständig daraus realisieren?

Weitere Beiträge

Tag der offenen Baustelle: Massives Holzhaus besichtigen
24. April 2026